Levante – Mystisches Wrack
Levante – Mystisches Wrack

Levante – Mystisches Wrack

LEVANTE – Mystisches Schiffswrack mit tragischer Geschichte auf 9m Tiefe

Heute stelle ich Euch einen weiteren schönen Tauchspot an der Ostküste, nahe Santa Maira Navarrese, vor.

Das exponiert liegende Capo Monte Santu, nördlich von Santa Maria Navarrese ist ganz besonders im Winter den unterschiedlichen Meeresströmungen enorm ausgesetzt. Durch seine zapfenartige Form reicht es als Landzunge weit in das Meer hinaus.
Aber auch in den anderen Jahreszeiten spürt man als Segler oder Bootsführer die gegensätzlichen Strömungen und Winde um das Cap herum. Gerade aus diesem Grund ist das Meer an dieser Stelle sehr sauerstoff- und nährstoffreich. Fische tummeln sich um das Cap herum und das macht das Capo Monte Santu und seine Umgebung auch für Taucher interessant.

GPS:

40°05’23.3″N
09°423’95.8″E

VON SANTA MARIA NAVARRESE:

6,5 Seemeilen

ANKERN:

Ankern für Segelboote ist gut möglich, sofern “der” Ankerplatz in der Mitte des Fjordeingangs auf 8m und Sand nicht belegt ist. Die Bucht ist von kleinen Motor-Booten gut zu befahren. Anlanden ist verboten.

 

 

2 Seemeilen nördlich des Capo Monte Santu befindet sich der tiefe Felseinschnitt Porto Cuau. Das Wasser ist dort zwischen 10 und 3m tief. Der Fjord ist perfekt eingebettet in die Küstenlandschaft des Capo Monte Santu.
Sofern man im Sommer mit dem Segelschiff “den” Ankerplatz bekommt, kann man sich das Wrack LEVANTE auf 9-10m Tiefe ansehen. Es handelt sich hier um die Überreste eines ehemaliges Handelsschiffs, welches im Jahr 1963 in einem starken Sturm dort aufgelaufen und gesunken ist.


Durch seine besondere Form einer Landzunge, die “keilförmig” in Richtung offenes Meer ragt, ist Capo Monte Santu den Küstenströmungen stark ausgesetzt. Seine Gewässer sind daher reich an Nährstoffen und folglich auch an Fischen. Dies macht es zu einem der beliebtesten Ziele für Tauchbegeisterte, die auch die Überreste eines Handelsschiffs, der „Levante“, besuchen können, die im Januar 1963 in diesen Teilen tragisch gesunken ist.
Die Levante wurde 1963 von der Gesellschaft Piero Rossi Traffici Marittimi aus Genua von der Reederei Compagnia Marittima Sarda gechartert.
Mit einer Crew von 13 Mann Besatzung lief das Schiff am 17. Januar 1963 von Genua Richtung Tunis aus. Auf seiner Route Richtung Tunis entlang der Ostküste Sardiniens wurde die Levante von sehr schlechtem Wetter und einem Sturm mit 150km/h überrascht. Bei 9m hohen Wellen und eine Sicht von weniger als 200m verlor der 61-jährige Kapitän aus Genua , Angelo Macciocco, die Orientierung und die Levante zerbrach in kürzester Zeit auf den Felsen von Porto Cuau. Dies geschah in der Nacht vom 23. Januar auf den 24. Januar 1963. Dem Commandante war es nicht mehr möglich einen Notruf abzusetzen. Keiner der 13 italienischen Besatzungsmitglieder hat dieses Unglück überlebt. In der  Crew befand sich ein Sarde (31 Jahre alt, Cagliari), weitere Crewmitglieder aus Ligurien, der Toskana und Sizilien.
Am Morgen nach dem Sturm entdeckte ein junger baunesischer Hirte (Giovanni Cabral) von der Felsklippe einen im Fjord von Porto Cuau aus dem Wasser herausragenden Schiffsmast.

Im Archiv der L’Unione Sarda ist folgendes am 27. Januar 1963 auf der Titelseite geschrieben:

 

„Ringsherum nur Tod und Verwüstung, den Wellen ausgelieferte Leichen und die Überreste des an die Felsen geschleuderten Schiffes. „Inmitten der von einem starken Wind aufgewühlten Wellen hatte der Hirte zwei weiße Flecken bemerkt, die seine Aufmerksamkeit erregt hatten. Als er sich vorbeugte (…) konnte er sehen, dass es die Leichen von zwei Männern waren. Neben ihnen schwammen Wrackteile. Zwischen den Felsen war der Kadaver eines Schiffes zu erkennen. Giovanni Cabras, der spürte, was passiert war, machte sich sofort auf den Weg zum Dorf und tauchte nach einem anstrengenden Marsch von über zehn Kilometern in der Carabinieri-Kaserne auf, um dem Stationskommandanten mitzuteilen, was er gesehen hatte: << Ich sah zwei Männer auf den Felsen. Sie sehen tot aus. Ich habe sie heute morgen gesehen. In der Nähe befindet sich ein versunkenes Schiff >> “.

 

 

Ich habe von mehreren Einheimischen persönlich Informationen über das Wrack Levante bekommen und habe das Wrack mehrfach Apnoe betaucht. Wie bei allen Tauchgängen zu Wracks überkommt mich dabei das Gefühl von Tragik & Leid. Dementgegen ist durch die geringe Tiefe des Wracks Levante und das einscheinende Sonnenlicht auch eine gewisse Mystic zu spüren. Fische haben in den metallischen Überresten einen neuen Lebensraum gefunden. Nach Überresten aus Holz wird man hier vergeblich suchen. Diese wurden von den Einheimischen entwendet um die – sich weiter Richtung Golgo befindlichen – Ovilen zu bauen. Das Holz ist also heute noch zu sehen.