Nuraghe Ruinas – Gennargentu
Nuraghe Ruinas – Gennargentu

Nuraghe Ruinas – Gennargentu

Die höchstgelegene Nuraghe Sardiniens – Nuraghe Ruinas

Foto: ©Sabine Lenbach – viewofdrone

GPS:

39°56’N
09°19’E

Die Nuraghe Ruinas, die der Gemeinde Arzana zugehörig ist, ist die am höchsten gelegene Nuraghe Sardiniens auf ca. 1.200 müM.

Sie befindet sich in einer der wildesten Gebirgsgegenden des Gennargentu und dem höchsten Berg Sardiniens, dem Punta La Marmora (1834 m). Heute noch existieren in diesem Gebiet einige Ovilen, da die Region durch viele Gebirgsquellen reich mit Wasser versorgt wird. Die Ovilen sind im Sommer bewohnt, im Winter ist diese Region mit mehr als einem Meter Schnee bedeckt.

Foto: ©Sabine Lenbach – viewofdrone

Die Ausgrabungsstätte Ruinas zeigt ca. 200 Nuraghenhütten und die restlichen Steine eines heiligen Brunnens. Heute gelangt man über einen offenen Innenhof zu einem gut erhaltenen Nuraghenturm. Dieser ist von innen und von oben zu besichtigen, die Höhe des inneren Teils beträgt ca. 4 Meter. In der Nähe der Nuraghe Ruinas befindet sich in nördlicher Richtung ein Tomba Gigante, ein Riesengrab.

Man erzählt, dass das Nuraghendorf im Jahr 1400 v.Chr. aufgrund der Pesterkrankung verlassen wurde. Im näheren Umkreis der Nuraghe gibt es keine Bäume mehr. Diese wurden zur damaligen Zeit abgeholzt und als Brennholz verwertet. Die Nuraghe ist von Arzana aus im letzten Kilometer über einen unbefestigten Feldweg zu erreichen. Die Touristenverwaltung Arzana plant derzeit ein spezielles Angebot zur touristischen Besichtigung der Nuraghe von Arzana und Desolu aus.

Rund um die Nuraghe ist die Vegetation vielfältig. Ganz besondere Eigenschaften hat die Pflanze Helichrysum. Ein Antibiotikum aus dem tiefwachsenden Kraut des Gennargentu.

Im Jahr 2007 entdeckten Forscher in Arzana, dass der Wirkstoff des Gennargentu-Helichrysum entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften besitzt. Die beiden Forscher Giovanni Appendino und Mauro Ballero haben herausgefunden, das die Pflanze mit den gelben Blüten ein starkes Antibiotikum enthält.

Das Arzeimittel wurde nach der Stadt Arzana – “Arzanol” genannt.

Foto: ©Sabine Lenbach – viewofdrone

Die Knospen des Gebirgskrauts werden mit einem kleinen Hand-Rasenmäher abgeschnitten und in Säcken aufgefangen um daraus den Extrakt zu gewinnen.

Bei uns bekannt ist das Helichrysum als “Immortelle” (Unsterbliche). Diese Pflanze verblüht niemals, auch nicht, nach dem abpflücken.

Seit über 2000 Jahren ist die Immortelle als Pflanze bekannt, die in steinigen und sonnigen Landschaften wächst. Sie ist ein Teil der sardischen Macchia. Über Jahrzehnte hinweg ist diese robuste Pflanze in der Lage sich zu regenerieren, sie übersteht frostreiche Winter und heiße Sommer ohne Wasser.

Eine Pflanze, die so widerstandsfähig ist, muss ganz besondere Wirkstoffe haben. Bislang wurden diese Wirkstoffe in der Kosmetik eingesetzt. Sie ist ein wirkungsvolles Antioxidans, das die Haut vor freien Radikalen schützt und eine fantastische Anti-Aging-Wirkung hat.

Weitere aromatische Kräuter um den Kreis der Nuraghe sind Lieblingsspeise der Ziegen.
Der Käse aus dieser Milch ist einzigartig aromatisch.